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Genealogie, (griechisch: Geschlechterkunde), volkstümlich Ahnenforschung, eine sogenannte historische Hilfswissenschaft, befasst sich mit der Abstammung der Menschen.

Man kann, von einer bestimmten Person als Proband ausgehend, die Abstammung in aufsteigender Linie und damit die Vorfahren beziehungsweise Ahnen einer Person betrachten oder in absteigender Linie die Nachkommen.

"Genealogie gab es eher unter den Menschen als Historie", sagte bereits der Historiker Johann Christoph Gatterer (1727-1799), der 1788 einen "Abriß der Genealogie" veröffentlichte. In den alten Hochkulturen war die Genealogie der Helden und Könige die Form der Geschichtschronologie schlechthin.

Die frühe mittelalterliche Genealogie war vor allem eine Geschichte der Stammreihen des Hochadels. Der Adel insgesamt brauchte den Nachweis der Abstammung, um Besitzansprüche geltend zu machen oder die Qualifikation für bestimmte Ämter nachzuweisen.

Erst an der Wende zur Neuzeit begannen auch wohlhabende bürgerliche Geschlechter damit, ihre Ahnen aufzuschreiben. Die Zünfte verlangten von jedem Auswärtigen, der ein Handwerk in der Stadt erlernen oder ausüben wollte, einen Geburtsbrief.

Nach 1789 trat die Genealogie in den Hintergrund.

Mit dem Verein "Der Herold" entstanden 1869 in Berlin und mit "Der Adler" 1870 in Wien die ersten genealogischen Vereine für Heraldik und Genealogie.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die eigentliche Entwicklung der Genealogie in Breite und Tiefe.

Nach der Wende (1990) kann man in Ungarn wieder über die Blütezeit der Genealogie sprechen.

Mit dem Boom des Internets hat parallel auch die Genealogie einen enormen Aufschwung genommen. Durch das Medium Internet können weltweite Kontakte zwischen Forschern schnell und kostengünstig hergestellt werden. In genealogischen Datenbanken im Internet sind heute viele Millionen erforschter Ahnentafeln und Stammbäume zu finden. Bei einem Teil der Genealogen hat sich dadurch die Meinung verbreitet, diese Arbeitsweise sei die Genealogie an sich; und es wird vergessen, daß nur durch gründliche Arbeit an den Quellen derartige Datenbanken entstehen und weiter ausgebaut werden.