Die ungarischen Könige siedelten deutsche
Kolonisten in ihrem Land schon im Mittelalter (12-15. Jh.) an. In
diesem Zeitalter entstanden die geschlossenen deutschen Siedlungsräume
Die Schlacht am Kahlenberg (1683) war nicht nur
Ausgangspunkt für die Befreiung Ungarns vom Türkenjoch, sondern
auch für die Neubesiedlung der an der mittleren Donau gelegenen
und während der 150jährigen Türkenherrschaft fast menschenleer gewordenen
Gebiete. Zum Kernstück dieser Neubesiedlung wurde das im 18. Jahrhundert
von den damaligen Wiener Regierungsstellen durchgeführte großangelegte
südosteuropäische Siedlungswerk, das mit der planmäßigen Ansiedlung
von deutschen Bauern und Handwerkern unter Maria Theresia und Joseph
II. seinen Höhepunkt erreicht hatte und welchem schließlich die
Donauschwaben
ihren historischen Ursprung und ihre Entstehung als jüngster deutscher
Volksstamm verdanken.
Der überwiegende Teil der Deutschen stammte aus
dem Elsaß, aus Lothringen, aus der Pfalz, aus dem Saarland, aus
dem heutigen Baden-Württemberg, aus Luxemburg und aus Bayern (einschl.
Franken). Aber auch viele Hessen, Aargauer (Schweiz), Westfalen,
Preußen, Sachsen, Thüringer, Österreicher, Böhmer, Mährer, Franzosen
und Holländer fanden eine neue Heimat. In den Urkunden und von
ihren Nachbarn wurden die Siedler Schwaben genannt, obwohl nur
wenige echte Schwaben darunter waren.
In den donauschwäbischen Siedlungen - die Besiedlung
begann im Südwestlichen Ungarischen
Mittelgebirge (10)
1685, in der Schwäbischen Türkei
(11)
1687, in Sathmar (12)
1712, in der Batschka (13)
1715, im Banat
(14)
1716, in Syrmien und Slawonien (15)
1718 - kam es verhältnismäßig rasch zu einem beachtlichen wirtschaftlichen
Aufstieg und zur Umformung der bis dorthin vielfach verödeten Landstriche
in Kulturlandschaften.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg und nach der Aufteilung
der donauschwäbischen Siedlungsgebiete auf Ungarn, Jugoslawien und
Rumänien wurde 1922 die Bezeichnung Donauschwaben - zur Unterscheidung
von den Schwaben in Baden-Württemberg - zuerst von den Volkskundlern
und Historikern geprägt. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bildeten
die Donauschwaben mit mehr als 1,5 Millionen Menschen die größte
Gruppe von Deutschen in Südosteuropa. Flucht, Vertreibung, Zwangsarbeit
und Enteignung im und nach dem Krieg führten zu einer weltweiten
Zerstreuung dieser Volksgruppe.
Mehr als 479.000 von ihnen leben heute in der Bundesrepublik
Deutschland, 346.000 in den USA, Kanada und Südamerika, 123.000
in Österreich, weitere in Frankreich, in Australien und in einigen
anderen Ländern.
Zahlenmäßig nicht genau erfaßbar ist die Gruppe
der noch in ihren alten Siedlungsgebieten lebenden Donauschwaben:
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Ungarn |
ca. |
254.000. |
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Rumänien |
ca. |
25.000. |
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ehemaliges Jugoslawien |
ca. |
14.000. |
Das Wort "Ungarndeutsche"
ist ein Sammelbegriff für alle im heutigen Ungarn lebenden, oder
aus dem heutigen Ungarn stammenden Deutschen, deren Ahnen im Laufe
der Geschichte in verschiedenen Wellen und Etappen in ihre neue
Heimat gelangten. Das bezieht sich also nicht nur auf die Donauschwaben,
sonder auch auf die Ödenburger und Heidebauern.
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